LIMBO

von Margareta Garpe
aus dem Schwedischen von Regine Elsässer
PRESSEFOTOS     KRITIKEN     SPIELPLAN Herbst 2014

Premiere:
5. November 2014, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen:
13. / 14. / 15. / 20. / 21. / 22. / 27. / 28. / 29.Nov.2014
immer 19.30h

und zusätzlich:
So   30.Nov.2014 - 17:00 h
Di      2.Dez.2014 - 19:30 h



KUKTHEATER, Lonstorferplatz 1, 4020 Linz


Karten: 0681/1073 4810 und Abendkasse (ab 18.30h)
Kartenpreise: 14 Euro (normal), 11 Euro (ermäßigt)


mit:
Betty: Katharina Bigus, Bill: Alois Zinnöcker, Viktoria: Doris Schüchner, Kim: Sonja Pirklbauer, Lolo: Monika Höllwert, Millan: Rotraud Söllinger-Letzbor, Hanna: Jasmina Christl, Liv: Erika Bauer

Inszenierung: Katharina Bigus, Bühne: Roland Ploner, Kostüme: Natascha Wöss, Toncollage: Otto Pölzl, Lichtgestaltung: Alexander Böhmler, Regieassistenz: Anja Stöbich, Andrea Gabriel, Vorst.-Technik: Barbara Landgraf, Produktionsleitung: Otto Pölzl

Aufführungsrechte: Theaterverlag Hofmann-Paul, Berlin


Limbo bezeichnet in der katholischen Theologie eine Art Vorhölle. Die Bezeichnung kommt beispielsweise in Dantes „Göttlicher Komödie“ vor und meint hier einen Ort zwischen Himmel und Hölle. Dies kommt der im gleichnamigen Stück von Margare­ta Garpes gemeinten Bedeutung sehr nahe. Vollzieht sich doch hier die Handlung des Stückes an einem Ort, in dem die handelnden Personen gewissermaßen an einem Scheideweg zwischen Himmel und Hölle stehen. Schauplatz ist eine Klinik für Sucht­kranke, in der sich prominente Zeitgenossen Heilung und neue Lebensperspektiven erhoffen. Limbo wird auch ein südamerikanischer Tanz genannt. Kennzeichnend für den Tanz ist eine extreme Körperbeherrschung, die notwendig ist, um ihn auszuführen. Auch auf dieser Bedeutungsebene sind Parallelen zum Stückinhalt gedanklich möglich. Setzt doch die Heilung der Suchterkrankung bei den Betroffenen neben dem absoluten Willen auch die Beherrschung des eigenen Körpers voraus.
Die Karriere besessene Journalistin Viktoria schleust sich undercover in die auf einer einsamen Insel inmitten des Meeres gelegene Klinik ein. Sie hofft auf die große Sto­ry mit prominenten Namen und deren Abgründe, auf den großen Coup ihres Lebens also . Stattdessen wird sie unversehens mit ihrem eigenen Suchtverhalten konfrontiert.
Ein Stück über Suchtkrankheit bei Frauen, mit unbestechlichem Blick und herbem Witz geschrieben.


Video : © Barbara Landgraf
Textauszug:
Viktoria: Bill, ich werde nach Hause fahren. Bill: Die Behandlung dauert 28 Tage, mindestens... Du bist jetzt hier seit... Viktoria: Danke, mir reicht`s. Ich fahre jetzt nach Hause! Bill: Quatsch. Du hast gerade erst angefangen. Viktoria: Bill, ich fordere dich hiermit auf, meine Kleider zu holen! Bill: Das Schiff ist auf jeden Fall weg... Viktoria: Dann bestell einen Hubschrauber. Ich will nach Hause zu Kalle und Viggo. Bill: Du bist scharf auf Stoff, nicht wahr? Viktoria: Ich weiß, dass dieser Ort von Vereinfachungen lebt. Aber manchmal ist die Welt doch ein bisschen komplizierter. Bill: Du bist scharf auf Stoff und willst die Behandlung abbrechen. Viel komplizierter ist es nicht. Steht immer ganz oben auf der Top-Ten-Liste.

Margareta Garpe wurde in Stockholm geboren, wo sie heute noch lebt. Sie zählt zu den wichtigsten schwedischen Theaterautorinnen und Regisseurinnen. Im Zentrum ihrer Theaterstücke stehen Frauen und ihre Position in Beziehungen, Familie und Gesellschaft, die Themen sind von politischer Bedeutung. Die Uraufführung von Limbo, die im Sommer 2003 am Stockholmer Stadttheater herauskam, war sehr erfolgreich und wurde von Presse und Publikum bejubelt. Limbo wurde daraufhin für den angesehenen Nordischen Theaterpreis 2004 nominiert.